Internationale Beiträge zu wichtigen Themen unserer Gesellschaft

Vom 1. – 3. Oktober 2008 findet im Wiener „Austria Center“ der Kongress
„A World Wide View on Breastfeeding“ statt.

Wenn es um Stillen und Stillförderung geht, hören die meisten auf weiterzulesen oder zuzuhören. Geht es aber um Vernachlässigung, Kindesmisshandlungen oder Gewalt – sind Augen und Ohren offen.

Gesunde Ernährung klingt langweilig – aber wenn angeführt wird, dass das Mittel gefunden wurde, das langfristig am besten gegen Übergewicht und Herz-Keislauf-Erkrankungen wirkt, horchen viele auf.

Um genau diese Themen geht es bei diesem Internationalen Kongress. Wer es nicht glauben mag, soll kommen und sich informieren. Alle Interessierten sind eingeladen. Zielgruppen sind alle, die junge Familien, Mütter und ihre Babys oder Schwangere betreuen. Eingeladen sind aber auch alle diejenigen, die im psychologischen, logopädischen Bereich oder angrenzend arbeiten, denn auch sie sollten Bescheid wissen, über die neuesten Erkenntnisse. Somit erwarten wir Ärztinnen und Ärzte, Still- und Laktationsberaterinnen IBCLC, Krankenpflegepersonal, Hebammen sowie andere Berufsgruppen aus dem Gesundheits-, Sozial- und Bildungsbereich.

Vernachlässigung: Schon Klaus und Kennell haben 1987 in „Mutter-Kind-Bindung, Über die Folgen einer frühen Trennung“ über ihre Forschungen berichtet. Sie fanden heraus, dass Mütter, die unmittelbar nach der Geburt von ihren Kindern getrennt wurden, später eher nicht so einfühlsam auf ihre Kinder reagierten, anders als Mütter, die mit ihren Babys zusammen blieben. Die Mütter aus der Trennungsgruppe waren unsicherer im Umgang mit ihren Babys, hatten mehr Schwierigkeiten beim Stillen und weniger Augen-zu-Augen-Kontakt mit ihren Kindern. Mit diesem Wissen müssen wir jede  Trennung nach Möglichkeit vermeiden oder – wenn sie  medizinisch indiziert ist – schauen, dass diese durch Rebonding wieder ausgeglichen wird. Somit wird es beim Kongress um die Bedeutung sowie Förderung der Bindung zwischen Baby und Eltern gehen.

Zivilisationserkrankungen: Im Jahr 2007 hat die WHO eine Studie veröffentlicht: “Evidence on the long-term effects of breastfeeding; Systematic review and meta-analyses”. In dieser Metaanalyse wurden mehr als 400 Studien aus den Jahren 1966 – 2000 einbezogen, die den Einfluss des Stillens auf die Gesundheit im Erwachsenenalter untersucht hatten. Es zeigten sich positive Langzeitauswirkungen auf Blutdruck, Diabetes mellitus, den Cholesterinspiegel, zu Übergewicht und Adipositas sowie zur intellektuellen Entwicklung. Die Schlussfolgerung daraus ist, dass eine günstige Ernährung in den frühen Phasen der menschlichen Entwicklung – wie es das ausschließliche Stillen ist –Organfunktionen positiv beeinflusst und Erkrankungen im Erwachsenenalter dadurch signifikant seltener auftreten.

Frauen können durch das Stillen selbst ihre Gesundheit positiv beeinflussen – sowohl kurzfristig, aber auch langfristig durch ein vermindertes Risiko an Brust- oder Ovarialkrebs zu erkranken.

Langfristig die Kosten im Gesundheitswesen senken: Stillförderung in Europa: „Ernährung von Säuglingen und Kleinkindern: Empfehlungen für die Europäische Union“ ist ein europäisches Projekt: European Network for Public Health Nutrition – EUNUTNET. Dieses Projekt soll auf dem Kongress detailliert vorgestellt und erläutert werden.

… und vieles mehr. So wird es um das Hormon Oxytocin gehen – das uns am Leben hält, denn es ist eines der kraftvollsten Hormone, auch jenseits von Geburt und Stillen. Neben Bekanntem gibt es dazu Neues und Spannendes zu erfahren.

Oder auch um verbesserte Frühgeborenenpflege: NIDCAP (Newborn individualized Developmental Care and Assessment Program) ist eine Behandlungsweise , die Frühgeborene vor unnötigen Stressoren wie Licht , Lärm und Schmerz schützt. Eltern werden maximal in dieses Programm mit einbezogen. „Wir haben nur ein Gehirn für unser ganzes Leben. Alles was ein Kind erhält , hat eine Bedeutung für das Gehirn“. Dieses Zitat der NIDCAP -Gründerin Heidelise Als charakterisiert die Bedeutung aller Maßnahmen auf die Gehirnentwicklung gerade sehr kleiner Frühgeborener.

International renommierte ReferentInnen bringen aktuelle Erkenntnisse aus der Forschung ´ zu Muttermilch und der Praxis des Stillens sowie der Still- und Bindungsförderung weltweit.

Der Kongress ist eine Kooperation des Verbandes der Europäischen Still- und Laktationsberaterinnen (VELB) und ILCA, dem Internationalen Verband der Still- und LaktationsberaterInnen IBCLC (International Lactation Consultant Association mit Sitz in den USA). Erstmals findet damit ein ILCA-Kongress in Europa statt. Erwartet werden über 900 TeilnehmerInnen aus der ganzen Welt.

Was die Presse tun kann: Vorankündigung und Berichterstattung

Der VELB und ILCA Kongress vom 1. – 3. Oktober im Austria Center Wien bringt wichtige Impulse für ein breit gefächertes Themenspektrum. Wir ersuchen daher um eine Vorankündigung in Ihrem Medium – als Unterstützung finden Sie dazu anbei auch einen Kurztext. Das Vorprogramm des Kongresses findet sich unter diesem Link: http://www.velb.org/deutsch/kongress/kongress-aktuelles.html

Pressemitteilung:

Gudrun von der Ohe, Ärztin; www.stillberatung.info
mehr unter www.velb.org

Rückfragen auch bei:

Mag. Christian F. Freisleben-Teutscher , 0043 650 496 02 86, freisleben@utanet.at

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